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Dr.-Ing. Ivo Mersiowsky, Quiridium

Dr.-Ing. Ivo Mersiowsky

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Geschäftsführender Partner
Quiridium GbR
Geschäftlich:

Smart Window

Innovationsforum »Mehr Ressourceneffizienz durch Digitalisierung in der Fensterbau-Wertschöpfungskette«

Laut Einschätzung der Gütegemeinschaft Kunststoff-Fensterprofilsysteme (GKFP) konnten bislang eher die großen Unternehmen der Fensterbaubranche von Energieeffizienzmaßnahmen profitieren, während kleinere Betriebe mangels Analysewerkzeugen und personeller Ausstattung kaum Einsparungen realisiert haben. Zudem ist der weitaus bedeutendere Bereich der Materialkosten noch weitgehend unbeachtet geblieben. Branchenexperten schätzen, dass die Unternehmen Verluste an wertvollen Werkstoffen und Vorprodukten teils im zweistelligen %-Bereich in Kauf nehmen. Eine Analyse der Materialeffizienz, die alle Prozesse und das komplette Produktportfolio umfasst, dürfte also attraktive Einsparpotenziale erschließen.

Hinzu kommt die Möglichkeit, die bessere Transparenz im Rahmen von Szenarioanalysen zu nutzen und so die strategische Planung zu unterstützen. Beispielsweise kann so die Auswirkung schwankender Rohstoffpreise auf die Materialkosten und bspw. ein optimaler Materialmix von Neuware und Rezyklaten untersucht werden. Die durch Kosteneinsparung und Portfoliooptimierung mögliche Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit erscheint dringend erforderlich, weil der deutsche Fensterbau durch den Wettbewerb gegenüber osteuropäischen Importen unter erheblichem Preisdruck steht und sich bereits eine Konsolidierung der hiesigen Branche vollzieht.

Zugleich beginnt die digitale Transformation der Fensterbaubranche: erste Online-Konfiguratoren und Web­shops fördern die kundenspezifische Produktvielfalt und erfordern eine entsprechende Flexibilisierung und Effizienzsteigerung der Produktion. Die Digitalisierung ermöglicht einerseits Kosteneinsparungen durch Effizienzgewinne; andererseits bestehen erhebliche Risiken, wenn betriebliche Ressourcen wie Material, Energie, Wissen, Arbeit und finanzielle Mittel bei diesem tiefgreifenden Wandel nicht zielführend eingesetzt werden. Der deutsche Fensterbau hat also viel zu verlieren – und kann durch eine ressourceneffiziente Optimierung und Digitalisierung viel gewinnen.

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